Ein Fotograf – Eine Kamera – Ein Objektiv

Das las ich vor kurzem als „Parole“ im Internet.

Ein Fotograf  Eine Kamera – Ein Objektiv … mehr braucht es nicht für gute Fotos.

„Schwachsinn“ kam es sofort von allen Ecken. Gefolgt von nicht minder „schwachsinnigen“ Aussagen, wie:
„Bei der Marke kann man sich eh nicht mehr als ein Objektiv leisten“ oder
„Da fehlt einem ja die ganze Flexibilität, um kreativ zu werden“ …

Ich schmunzelte.

Eben das hatte ich ja Ende 2013 für einige Zeit praktiziert und ich denke immernoch, dass ich zu dieser Zeit meine kreativste Phase hatte und viele sehr schöne Fotos gemacht habe.
In der Folge fing ich an mit verschiedenen Objektiven zu experimentieren. Dann folgte die Adaption von alten, klassischen Objektiven.
Das Ganze machte natürlich riesen Spaß, aber neuerdings erwische ich mich immer häufiger dabei, wie ich vor einem Ausflug, einer Wanderung, einem Shooting lange darüber sinniere, welche Objektive ich nun einpacke.
Während der Fotografie erwische ich mich dann dabei, über das einzusetzende Objektiv nachzudenken, anstatt mich mit dem Motiv auseinanderzusetzen.

Ja, macht auch Spaß, aber begrenzt. Vor allem dann, wenn am Ende die Bilder nicht so werden, wie erhofft.

Dazu kam dann noch eine erhöhte Internetpräsenz. Das digitale Leben wurde „erweitert“ …
Hier noch ein Forum, da noch eine Gruppe. Ich war mehr mit der Veröffentlichung meiner Bilder beschäftigt, als mit der Fotografie selbst.
Terminierung mit Modellen quasi unmöglich. Umsetzung von Projekten in den Hintergrund verschoben.

Das musste sich dringend ändern!

Das musste ICH dringend ändern. Von allein geschieht es nämlich nicht.

Also habe ich einfach begonnen:

  • Jeder ankommende Newsletter wurde konsequent abbestellt
  • Einige Mitgliedskonten in Foren wurden gelöscht
  • Facebook-Gruppen und/oder Flickr-Gruppen verlassen, Fotoseite auf Eis gelegt
  • „Freundeslisten“ rigoros ausgemerzt und „Gefällt mir“-Angaben zurückgenommen
  • E-Mail-Verläufe gelöscht, wenn in den letzten 3 Monaten nichts ausgetauscht wurde
  • Homepage gekündigt, da die Bedienung zu viel Zeit in Anspruch nahm und somit in den Hintergrund gerückt war
    (Hier wird es aber sicher etwas Neues geben)

So langsam lichtet sich das Feld und es wird deutlich ruhiger. Das reale Leben kann wieder angegangen und genossen werden.
Langsam und mit Bedacht.

Als Erstes mit der Fortsetzung der Fotografie. Meiner Fotografie.

Das wird nun eine Zeit lang mit nur einem Objektiv geschehen. Zugegeben, ich werde auch immer eine Nahlinse mit in der Tasche haben, die bei Bedarf nochmal den Aufnahmeabstand zum Objekt deutlich verringert. Das wars aber auch schon. Zumindest wieder für eine gewisse Zeit.

Ein Fotograf – Eine Kamera – Ein Objektiv

Auf geht’s … Licht muß ins Dunkel

 

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3 Kommentare zu “Ein Fotograf – Eine Kamera – Ein Objektiv

  1. Schwachsinnig finde ich diese „Parole“ nicht – nur nicht unbedingt so zielführend (Das kommt zwar ganz darauf an, welchen Zweck man mit der Fotografie verfolgt). „Während der Fotografie erwische ich mich dann dabei, über das einzusetzende Objektiv nachzudenken, anstatt mich mit dem Motiv auseinanderzusetzen.“ Dieser Satz zeigt ja das Dilemma, wenn man von der Technik her denkt. Ich versuche als Fotograf eine andere Haltung zu entwickeln: Ein Fotograf – welcher Stil? – welche Stimmung? Sogar das Motiv ist für mich nicht zentral, sondern eher Mittel zum Zweck. Die Bilder die dann entstehen, dürfen auch mal, oh Schreck, „rauschen“ und oje, „stürzende Linien“, und andere angebliche No-Gos beinhalten. Wichtig ist mir, dass sie stilistisch und stimmungsmässig so wirken, wie ich das haben möchte. Eine Handykamera mit nur 5 Megapixeln Auflösung kann dabei manchmal ganz gut punkten. Sprich, es ist beinahe egal, welche Kamera/Objektiv man dabei hat, es ergibt sich für den kreativen Fotografen fast immer eine gute Gelegenheit, sein Erleben und Sehen für andere sichtbar zu machen.

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